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Wissenswertes vom Niederrhein: Erzählungen 1
Der Niederrhein
Am Niederrhein und über den Niederrhein gibt es zahlreiche Erzählungen und Sagen. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da der Niederrhein einerseits eine bewegte Vergangenheit besitzt und andererseits von einigen nahezu mystischen Landschaften geprägt ist. Wenn zum Beispiel im Herbst und im Frühjahr Nebelbänke über den Feldern liegen oder Nebelschwaden regelrecht über den Mooren oder durch die idyllischen Wälder schweben, dann zeigt sich der Niederrhein von seiner ganz besonderen Seite, durch die die Fantasie der Menschen angeregt wird. So entstanden über die Jahrtausende hinweg einige Sagen und Erzählungen, die zum Teil bis heute überliefert sind. Einige Sagen stammen noch aus den Zeiten als die Germanen am Rhein ihre Naturgötter angebetet hatten, andere Erzählungen enstanden im Mittelalter und wieder andere sind der Überlieferung nach dadurch entstanden, das Menschen Erscheinungen, oder Visionen hatten. Einige Sagen, in denen oft nachweisbare Fragmente enthalten sind, werden im weiteren Verlauf beschrieben.
Marienbild Kevelaer, den Erzählungen nach kaufte eine Kaufmannsfrau aufgrund von einer Vision ein Marienbild und errichtete an dem Ort, an dem heute die Gnadenkapelle in Kevealer steht, einen Marienaltar, zu dem im Laufe der Zeit immer mehr Pilger kamen. Schließlich erbaute man die erste Wallfahrtskirche und später die Marienbasilika. Das Gnadenbild ist heute an der Außenseite der Gnadenkapelle zu sehen, und zieht Pilger aus der ganzen Welt nach Kevelaer.
Doch bevor der christliche Glaube an den Rhein kam beteten die Germanen ihre Naturgötter an, und verehrten wie auch andere Naturvölker besondere Orte in der Natur. So galten einige besondere Eichen und Buchen als heilig. Um wichtige Entscheidungen zu treffen trafen sich die germanischen Stämme am Rhein an für sie heilige Orte in der Natur. Spuren dieser Stätten sind bis heute durch Ansammlungen von Steinen zu erkennen.
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"Arminius" & "Der starke Wilhelm", unstreitig ist es, dass die Römer bereits vor mehr als 2000 Jahren am Niederrhein Siedlungen für ihre Legionen gebaut hatten, und versuchten von hier aus das historische "Niedergermanien" zu erobern, um den Einfluss und die Kultur Roms in das Land der "Barbaren" zu bringen. Allerdings stoppte Arminius, der auch als "Hermann der Cherusker bekannt ist, in der legendären Varusschlacht den Expansionsdrang der Römer, die sich aufgrund der verherrenden Opfer hinter die damalige Rheinlinien zurückzogen. Doch der Sage nach, hatten die Römer auch mit einem anderen Volksheld am Niederrhein zu kämpfen. Der "Starke Wilhelm", im niederrheinischen auch "Stärk Helmes von der Maas" genannt, war ein Naturbursche mit ungeheuren Kräften, die er der Überlieferung nach besaß, weil er sieben Jahre an der Mutterbrust getrunken hatte. Anfänglich hatten die Römer ihn, wie es damals üblich war, zu Frohndiensten auserkorren, jedoch wurde er ihnen schnell lästig. Zwar erfüllte er die ihm aufgetragenen Arbeiten schnell und ohne Makel, doch er verschlang beim Essen soviele Speisen, dass es die Römer verärgerte, und sie ihn schließlich veruschten ihn zu töten. Sie verübten daher einige Anschläge auf ihn, die kein normaler Mensch überlebt hätte, doch "Wilhelm den Starken" machte diese Übergriffe auf seine Person nichts aus. Denn den Erzählungen nach, lernte er selbst dem Teufel das Fürchten. Am Ende jedoch übertrieben es die Römer, und sie bekamen den Zorn, des ansonsten so friedlichen Wilhelms am eigenen Leibe zu spüren. Er schlug die Römer einfach tot, und seither war kein Römer mehr am Niederrhein gesehen wurden.
Der Viersener Weisenstein, vor der Remigius-Kirche in Viersen erinnern heute zwei mächtige Steine an die so genannten Weisen- und Prangersteine, die in der Vergangenheit zur Unterstützung der Rechtsprechung herangezogen wurden. Zum Beispiel wurden Angeklagte in früherer Zeit dreimal um den Stein herumgeführt, bevor sie sich zu ihrer Anklage äußern konnten. Das nachfolgende Urteil wurde dann ebenfalls am Stein ausgesprochen. Außerdem wurden wurden Weisensteine der Sage nach lange Zeit zur Urteilsfindung herangezogen, sofern es mehrere Verdächtigte gab, und der Täter nicht eindeutig zu ermitteln war. Dabei mussten die Verdächtigen der Überlieferung nach, mit ihren Händen solange auf die Steine schlagen, bis dem ersten Blut aus der Nase tropfte. Dieser wurde dann als Schuldiger gemäß „Gottesurteil“ angesehen. Doch eines Tages kam es zu einer Fehlentscheidung durch das „Steinurteil“. Ein bereits verurteilter Mann schwor auf dem Weg zum Galgen, dass er unschuldig sei. Und in seiner Verzweiflung soll er schließlich in die Masse der Schaulustigen gerufen haben: „Ich bin unschuldig, und so war mir Gott helfe, wird dieser Baum alle Blätter verlieren, sofern ich unschuldig bin!“ Und so geschah es. Die staunende Menge sah, wie der Lindenbaum plötzlich alle Blätter verlor, so dass der Verurteilte kurz darauf freigelassen wurde. [Quelle: Nießen, Sagen und Überlieferungen vom Niederrhein, und Heimatkalender, Erzählungen vor Ort ]
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